Martin Stadfeld

MARTIN STADTFELD

15.10.2018
Martin Stadtfeld_Cover

„Homage to Bach“ heißt das neue Album von Martin Stadtfeld, eine Auseinandersetzung mit dem Werk des großen Komponisten, die auch ureigene Bearbeitungen des Pianisten und speziell entwickelte Stimmungen des Flügels mit einbezieht. BR-Klassik Moderator Ben Alber ergänzt das Live-Spiel Martin Stadtfelds durch ein aufschlussreiches Gespräch mit dem Künstler.

Diese Veranstaltung ist unser Beitrag zur bundesweiten „Plattenladenwoche“, die vom 15.10. – 20.10. stattfindet.

Annäherung auf eigenen Wegen

Von jeher nimmt das Werk Johann Sebastian Bachs einen zentralen Stellenwert in Martin Stadtfelds Repertoire ein, was sich auch in den Veröffentlichungen bei Sony Classical widerspiegelt. Immer wieder wandte sich Stadtfeld dem großen Barockkomponisten zu und einmal mehr auch mit seiner neuen CD. Nur dieses Mal geschieht die Annäherung auf ganz besondere Weise, nämlich als Komponist.

Bachs Chaconne aus der d-Moll Partita für Geige (BWV 1004) fand bereits in Johannes Brahms, der davon eine Fassung für die linke Hand komponierte, einen grenzenlosen Bewunderer. Sie sei ihm eines der „wunderbarsten, unbegreiflichsten Musikstücke“, schrieb er.  Stadtfeld nun schuf für dieses Album eine eigene Fassung. Und seine Annährung an Bach geht weit darüber hinaus. Seit längerem schon fanden sich in seinen Konzertprogrammen kleine, an Bach’schen Themen angelehnte Improvisationen. Nun hat sich Martin Stadtfeld seit längerem mit dem Spätwerk Bachs beschäftigt, darunter auch mit den 14 Kanons Bachs über einige Noten der "Goldberg-Variationen", dem "Musikalischen Opfer" und der "Kunst der Fuge". Und ganz und gar nicht zufällig orientieren sich darum die zwölf Stücke der „Hommage to Bach“ an der Tonartenanordnung der Präludien und Fugen des „Wohltemperierten Klaviers. „Jedes der zwölf Stücke“, so Stadtfeld, „behandelt eine Tonstufe, und zwar in Dur und in Moll“.

Übrigens bekommt auch der Begriff „wohltemperiertes Klavier“ auf diesem Album einen ganz besonderen Sinn dadurch, daß Stadtfeld sich nicht nur formal Bach’schen Modellen nähert. Überzeugt davon, daß die Tonartencharaktere in der heute üblichen zwar „wohltemperierten“, aber  „gleichstufigen“ Stimmung nicht erkennbar sind, hat er für die Aufnahme des Albums eine eigene Stimmung entwickelt, die historische Stimmungen, wie etwa der von Johann Philipp Kirnberger ähnlich ist. 
Mit Martin Stadtfelds neuem Album ergeht die Einladung an den Hörer, sich ein vertraut geglaubten Ziel auf neuen Wegen zu nähern.  Für Abwechslung ist gesorgt.

Thomas Otto

 

Live bei LUDWIG BECK: Montag, 15.10.2018 - Beginn 17 Uhr