
„Complete Beethoven-Piano Concerto”
DEUTSCHE GRAMMOPPHON
Eine solche Konzertreihe hatte es in der 150-jährigen Geschichte des legendären Goldenen Saals des Wiener Musikvereins noch nicht gegeben: Beethovens fünf Klavierkonzerte mit einem Pianisten und fünf Weltklasse-Orchestern und Dirigenten.
Für den Pianisten Rudolf Buchbinder ist das Werk Ludwig van Teil seines ganzen Lebens. Mit elf Jahren spielte er zum ersten Mal Beethovens “Erstes Klavierkonzert C-Dur Op. 15”. Wie oft er inzwischen dieses und die anderen vier Klavierkonzerte aufgeführt hat, lässt sich schwer beziffern. Auch die Liste der Dirigenten ist lang – oft genug hat er die Konzerte auch schon vom Klavier aus selbst geleitet.
Der Goldene Saal des Wiener Musikvereins ist Buchbinder ein vertrautes Terrain, mit dem ihn zahllose Konzerte und Aufnahme verbinden. Rudolf Buchbinders Projekt, die fünf Klavierkonzerte Beethovens mit fünf verschiedenen Orchestern und fünf verschiedenen Dirigenten geriet nicht nur unter logistischem Aspekt zu einer ganz besonderen Konzertreihe. Sie musste auch für den Pianisten ganz zweifellos eine Herausforderung gewesen sein. Schließlich haben alle fünf Orchestern ihr eigenes Temperament, ihren eigenen Klang. Zudem standen fünf Spitzendirigenten am Pult, ein jeder mit seiner eigenen Lesart der Konzerte. Am Ende aber konnte konnte es nur um Beethoven selbst gehen.
Andris Nelsons und das Gewandhausorchester Leipzig eröffneten den Zyklus mit dem ersten Klavierkonzert op. 15 in C-Dur. Das dritte Klavierkonzert op. 37 in c-Moll bestritt Buchbinder mit den Münchner Philharmonikern unter Valery Gergiev. Sein Freund Christian Thielemann dirigierte die Sächsischen Staatskapelle Dresden für das vierte Klavierkonzert G-Dur op. 58. Riccardo Muti und den Wiener Philharmonikern übernahmen das Fünfte, „The Emporer“, op. 73 in Es-Dur.
Die Aufzeichnung des zweiten Klavierkonzerts in B-Dur, op. 19 brachte ein Dokument besonderer Bedeutung hervor: es sollte ein akustisches Zeugnis des letzten Konzerts werden, das Mariss Jansons vor seinem Tod Ende 2019 in dem von ihm so geliebten Goldenen Saal dirigierte.