Erklärung zur Unternehmensführung

ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Die Unternehmensführung der LUDWIG BECK AG ("LUDWIG BECK") als börsennotierte deutsche Aktiengesellschaft wird in erster Linie durch das Aktiengesetz, weitere gesetzliche Bestimmungen und daneben auch durch die Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner jeweils aktuellen Fassung bestimmt.

I.    Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat
Entsprechend den gesetzlichen Vorschriften unterliegt LUDWIG BECK dem so genannten "dualen Führungssystem". Dieses ist durch eine strikte personelle Trennung und Kompetenzabgrenzung zwischen dem Vorstand als Leitungsorgan und dem Aufsichtsrat als Überwachungsorgan gekennzeichnet. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten dabei im Unternehmensinteresse eng zusammen. 

1.    Vorstand
Als Leitungsorgan ist der Vorstand von LUDWIG BECK dem Interesse des Unternehmens verpflichtet. Er bestimmt die Grundsätze der Unternehmenspolitik, die Strategie des Unternehmens, legt die Budgets fest und verteilt die Ressourcen. Er erstellt und veröffentlicht die Quartalsmitteilungen, die Halbjahresberichte sowie die Jahresabschlüsse für den Gesamtkonzern und die Gesellschaft und ist für die Besetzung der wichtigsten Positionen im Unternehmen zuständig. Zudem informiert der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Aspekte der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage sowie des Risikomanagements. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von aufgestellten Planungen und Zielen werden ausführlich erläutert und begründet. 

a)    Mitglieder des Vorstands
Der LUDWIG BECK Vorstand besteht aus zwei Mitgliedern und hat keinen Vorsitzenden oder Sprecher. Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass dies die gleichberechtigte, vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit der beiden Vorstandsmitglieder am besten 
widerspiegelt. 

b)    Arbeitsweise
Der Vorstand übt seine Tätigkeit nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen, des Deutschen Corporate Governance Kodex (sofern nicht ausweislich der Erklärung nach § 161 AktG von dessen Empfehlungen abgewichen wird), der Satzung, seiner Geschäftsordnung sowie der jeweiligen Anstellungsverträge aus. 

Die Grundsätze der Zusammenarbeit der Vorstandsmitglieder untereinander sowie mit dem Aufsichtsrat sind insbesondere in der Geschäftsordnung des Vorstands geregelt. Die Mitglieder des Vorstands arbeiten kollegial zusammen und unterrichten sich gegenseitig fortlaufend über ihre Tätigkeit und über wesentliche Geschäftsvorfälle. Die Mitglieder des Vorstands führen die Geschäfte der Gesellschaft grundsätzlich gemeinsam und stimmen Geschäftsführungsmaßnahmen untereinander ab. Soweit eine vorherige Abstimmung nicht möglich ist, ist das jeweils andere Vorstandsmitglied unverzüglich von der betreffenden Geschäftsführungsmaßnahme in Kenntnis zu setzen. Bedeutende Geschäftsführungsmaßnahmen bedürfen eines vorherigen Vorstandsbeschlusses. Die Geschäftsordnung bestimmt darüber hinaus Geschäfte und Maßnahmen des Vorstands, die der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen.

Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung und über Geschäfte, die für die Rentabilität oder Liquidität der Gesellschaft und des Konzerns von erheblicher Bedeutung sein können. Im Hinblick auf bestimmte bedeutende Maßnahmen hat der Vorstand dem Geschäftsführungs- und Personalausschuss des Aufsichtsrats vorab zu berichten. Der Aufsichtsrat kann jederzeit weitere Berichte über Angelegenheiten der Gesellschaft, über ihre rechtlichen und geschäftlichen Beziehungen zu verbundenen Unternehmen sowie über geschäftliche Vorgänge bei diesen Unternehmen verlangen, die auf die Lage der Gesellschaft von erheblichem Einfluss sein können.

Jedes Mitglied des Vorstands ist berechtigt und auf Verlangen des Aufsichtsrats verpflichtet, an den Sitzungen des Aufsichtsrats teilzunehmen, soweit nicht persönliche Angelegenheiten von Vorstandsmitgliedern behandelt werden. Der Vorstand sorgt gemeinsam mit dem Aufsichtsrat für eine langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand.

Jedes Vorstandsmitglied legt Interessenkonflikte unverzüglich gegenüber dem Aufsichtsrat offen und informiert den Vorstand hierüber. Im Berichtsjahr kam es bei den Vorstandsmitgliedern der LUDWIG BECK AG zu keinem Interessenkonflikt. 

2.     Der Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und überwacht seine Tätigkeit. 

a)    Zusammensetzung des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat von LUDWIG BECK ist gemäß dem Drittelbeteiligungsgesetz aus Aufsichtsratsmitgliedern der Aktionäre und der Arbeitnehmer zusammengesetzt, wobei ein Drittel der Aufsichtsratsmitglieder aus den Reihen der Arbeitnehmer stammt. Er besteht aus sechs Mitgliedern.

b)    Arbeitsweise
Der Aufsichtsrat übt seine Tätigkeit nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen, des Deutschen Corporate Governance Kodex (sofern nicht ausweislich der Erklärung nach § 161 AktG von dessen Empfehlungen abgewichen wird), der Satzung und seiner Geschäftsordnung aus. 

Die Satzung und die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats regeln die innere Ordnung und Beschlussfassungen des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat wählt aus seiner Mitte einen Vorsitzenden und einen Stellvertreter. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats koordiniert die Arbeit des Aufsichtsrats und leitet dessen Sitzungen. Er hält mit dem Vorstand regelmäßig Kontakt und berät mit ihm die Strategie, die Geschäftsentwicklung und das Risikomanagement des Unternehmens. Dem Vorsitzenden obliegt die Vertretung des Aufsichtsrats gegenüber Dritten.

Der Aufsichtsrat hat mindestens zwei Sitzungen im Kalenderhalbjahr abzuhalten. Die Sitzungen des Aufsichtsrats werden durch den Aufsichtsratsvorsitzenden unter Wahrung einer Frist von zwei Wochen, die in dringenden Fällen abgekürzt werden kann, einberufen. Mit der Einberufung sind die Gegenstände der Tagesordnung mitzuteilen. 

Der Aufsichtsrat ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder ordnungsgemäß eingeladen wurden und an der Beschlussfassung mindestens zwei Drittel der Mitglieder teilnehmen. Beschlüsse des Aufsichtsrats werden, soweit das Gesetz oder die Satzung nicht zwingend etwas anderes bestimmen, mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst. Ergibt eine Abstimmung Stimmengleichheit, gibt die Stimme des Vorsitzenden oder, wenn dieser nicht an der Abstimmung teilnimmt, die Stimme des stellvertretenden Vorsitzenden den Ausschlag. Beschlüsse des Aufsichtsrats können auch im Umlaufverfahren außerhalb einer Sitzung gefasst werden, wenn der Vorsitzende dies für den Einzelfall bestimmt.

Der Aufsichtsrat bestellt den Vorstand der Gesellschaft. Er überwacht und berät den Vorstand bei der Führung der Geschäfte entsprechend den gesetzlichen und satzungsmäßigen Bestimmungen. Er wird in alle Entscheidungen eingebunden, die für die 
LUDWIG BECK AG und den Konzern von grundlegender Bedeutung sind. Für bedeutende Geschäftsführungsmaßnahmen ist nach der Geschäftsordnung des Vorstands die Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich. Die Aufsichtsratsmitglieder wahren die Vertraulichkeit der ihnen im Zusammenhang mit ihrer Amtsführung bekannt gewordenen Informationen.

Jedes Aufsichtsratsmitglied ist verpflichtet, Interessenkonflikte, insbesondere solche, die aufgrund einer Beratung oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder sonstigen Geschäftspartnern entstehen können, dem Aufsichtsrat gegenüber offenzulegen. Bei wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikten hat das Aufsichtsratsmitglied sein Amt niederzulegen. Im Berichtsjahr kam es bei den Aufsichtsratsmitgliedern der LUDWIG BECK AG zu keinem Interessenkonflikt.

Frau Clarissa Käfer verfügt über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung, sodass sie als Finanzexpertin im Sinne des § 100 Abs. 5 AktG zu qualifizieren ist. Die Mitglieder des Aufsichtsrats in ihrer Gesamtheit sind mit dem Sektor vertraut, in dem die Gesellschaft tätig ist.

c)    Ausschüsse des Aufsichtsrats
Die Grundsätze der Zusammenarbeit der Aufsichtsratsmitglieder untereinander sind insbesondere in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats geregelt. Diese sieht unter anderem die Bildung von Ausschüssen vor; derzeit bestehen zwei Ausschüsse des Aufsichtsrats, der Prüfungsausschuss und der Personal- und Geschäftsführungsausschuss:

aa)    Der Prüfungsausschuss
Die Aufgaben des Prüfungsausschusses umfassen vor allem Fragen der Rechnungslegung und Abschlussprüfung sowie die Überwachung der Rechnungslegung, des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagements, des internen Revisionssystems sowie der Abschlussprüfung. 

Der Prüfungsausschuss setzt sich aus den Mitgliedern Frau Clarissa Käfer, Vorsitzende des Ausschusses, (Rechtsanwältin und Steuerberaterin, München, gleichzeitig Kuratoriumsmitglied „Bayrische Sportstiftung“, München, Aufsichtsratsvorsitzende der Käfer AG, München, Mitglied des Aufsichtsrats der Münchner Bank eG, München, und Mitglied im Beirat des „Stadtfeuerwehrverband München e.V“, München), Herr Dr. Steffen Stremme (Kaufmann, Erlangen, gleichzeitig Mitglied im Aufsichtsrat der „BU-Holding AG“, Nürn-berg, Mitglied des Gesellschafterrats der GfK e.V., Nürnberg, Mitglied im Beirat der „Commerzbank AG“, Nürnberg, und im Beirat der „menzerna polishing compounds GmbH & Co. KG“, Ötigheim) sowie Frau Edda Kraft (Kauffrau, Leipzig, gleichzeitig Mitglied im Aufsichtsrat des „Medienboard Berlin-Brandenburg“, Potsdam, sowie im Beirat der „Sabine Christiansen Kinderstiftung“, Berlin) zusammen. Der Prüfungsausschuss trat im Geschäftsjahr 2017 zu einer Sitzung am 28. März zusammen. Dem Prüfungsausschuss gehört eine Finanzexpertin im Sinne des § 100 Abs. 5 AktG an und seine Mitglieder sind in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor vertraut, in dem die Gesellschaft tätig ist. 

bb)    Der Personal- und Geschäftsführungsausschuss
Dem Personal- und Geschäftsführungsausschuss gehören die Herren Dr. Steffen Stremme (Vors.) und Hans Rudolf Wöhrl (Aufsichtsratsmitglied der „NÜRNBERGER Allgemeine Versicherungs-AG“, Nürnberg, sowie der „AURUM-Project AG“, Reichenschwand, und der „TETRIS Grundbesitz GmbH & Co. KG”, Reichenschwand) sowie Frau Clarissa Käfer an. Der Ausschuss befasst sich insbesondere mit Personalangelengenheiten des Vorstands. Der Ausschuss hat sich im Jahr 2017 außerhalb von Präsenzsitzungen eng abgestimmt. Vom Vorsitzenden des Ausschusses initiierte bilaterale Gespräche haben regelmäßig zu den dem Ausschuss zugewiesenen Aufgaben stattgefunden. 

d)    Weitere Einzelheiten
Die Ausschussvorsitzenden berichten regelmäßig über die Arbeit der Ausschüsse an den Aufsichtsrat. Die Mehrheit der jeweiligen Ausschussmitglieder ist unabhängig. Weitere Einzelheiten zu den jeweiligen Ausschussmitgliedern und der konkreten Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse können dem aktuellen Bericht des Aufsichtsrats auf S. 15 ff. des Geschäftsberichts entnommen werden. 

Der Aufsichtsrat hat mit Blick auf die Empfehlung in Ziffer 5.4.1 Abs. 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex konkrete Ziele für seine Zusammensetzung beschlossen und ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeitet. Der Stand der Umsetzung kann dem Corporate Governance Bericht auf der Homepage der Gesellschaft entnommen werden.

II.    Geschlechterquote und Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, Vorstand und in Führungspositionen 

Geschlechterquote 
Am 24. April 2015 wurde das „Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“ ausgefertigt. Dementsprechend wurden erstmals in den Geschäftsbericht 2015 der 
LUDWIG BECK AG Angaben zur Einhaltung der folgenden gesetzlichen Vorgaben aufgenommen:

1.    Die Festlegungen des Aufsichtsrats nach § 111 Abs. 5 AktG betreffend die Zielgröße (und die Frist für die Erreichung der Zielgröße) für den Frauenanteil im Aufsichtsrat und im Vorstand und

2.    Die Festlegungen des Vorstands nach § 76 Abs. 4 AktG betreffend die Zielgröße (und die Frist für die Erreichung der Zielgröße) für den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands.

Dem lagen folgende Festlegungen des Vorstands und des Aufsichtsrats der LUDWIG BECK AG zugrunde: 

a) Zielgröße für den Aufsichtsrat 
Für den Frauenanteil im Aufsichtsrat der Gesellschaft hatte der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 13. Mai 2015 eine Zielgröße von 33 % festgelegt, die bis spätestens 30. Juni 2017 erreicht werden sollte. Diese Zielgröße wurde während des Bezugszeitraums erreicht.

Für den Zeitraum ab dem 1. Juli 2017 hat der Aufsichtsrat im Hinblick darauf, dass er auf die Wahl der Arbeitnehmervertreter keinen Einfluss hat, eine Zielgröße von 25 % für den Frauenanteil auf Seiten der Anteilseignervertreter festgelegt. Zur Erreichung der Zielgröße wurde eine Frist bis zum 30. Juni 2022 festgelegt. Zum Zeitpunkt der Festlegung der neuen Zielgröße betrug der Frauenanteil im Gesamtaufsichtsrat 33,33 % und unter den Anteilseignervertretern 50 %.

b) Zielgröße für den Vorstand 
In seiner Sitzung am 13. Mai 2015 hatte der Aufsichtsrat für den Frauenanteil im Vorstand eine Zielgröße von 0 % und eine Frist zur Erreichung der Zielgröße bis zum 30. Juni 2017 festgelegt. Diese Zielgröße wurde während des Bezugszeitraums erreicht.
Für den Zeitraum ab dem 1. Juli 2017 hat der Aufsichtsrat für den Frauenanteil im Vorstand eine Zielgröße von 0 % und eine Frist zu deren Erreichung bis zum 30. Juni 2022 festgelegt. Bei Festlegung der neuen Zielgröße betrug der Frauenanteil im Vorstand 0 %. Der Aufsichtsrat ist weiterhin der Auffassung, dass eine personelle Erweiterung des Vorstands nicht notwendig ist. Für eine Umbesetzung des Vorstands sieht der Aufsichtsrat derzeit ebenfalls keine Veranlassung. Vor diesem Hintergrund hält der Aufsichtsrat die Festlegung einer höheren Frauenquote im Vorstand nicht für zielführend und legt Wert darauf, dass auch künftig ausschließlich die fachliche Qualifikation und die Expertise für die Auswahl zum Mitglied des Vorstands der Gesellschaft ausschlaggebend sein sollen.

c) Zielgröße für die erste und zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands 
Für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands hatte der Vorstand in seiner Sitzung am 4. Mai 2015 eine Zielgröße von 33 % festgelegt, die binnen zwei Jahren erreicht sein sollte. Diese Zielgröße wurde während des Bezugszeitraums erreicht.

In seiner Sitzung am 24. Mai 2017 hat der Vorstand für den Frauenanteil in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Zielgröße in Höhe von 28 % und eine Frist von fünf Jahren zu deren Erreichung festgelegt. Bei Festlegung der neuen Zielgröße lag der Frauenanteil in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands bei 38 %.

Für die zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands hatte der Vorstand in seiner Sitzung am 4. Mai 2015 ebenfalls eine Zielgröße von 33 % festgelegt, die binnen zwei Jahren erreicht sein sollte. Diese Zielgröße wurde während des Bezugszeitraums erreicht.

In seiner Sitzung am 24. Mai 2017 hat der Vorstand für den Frauenanteil in der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Zielgröße in Höhe von 50 % und eine Frist von fünf Jahren zu deren Erreichung festgelegt. Bei Festlegung der neuen Zielgröße lag der Frauenanteil in der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands bei 67 %.

III.    Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG
Der Begriff Corporate Governance steht für eine verantwortungsbewusste Unternehmensführung und -kontrolle, deren Ziel die nachhaltige Wertschöpfung ist. LUDWIG BECK fühlt sich diesen Werten verpflichtet und erfüllt die Empfehlungen des erstmals im Jahr 2002 beschlossenen Deutschen Corporate Governance Kodex seit April 2003 ohne wesentliche Einschränkungen. Vorstand und Aufsichtsrat von LUDWIG BECK haben daher nach pflichtgemäßer Prüfung zuletzt am 24. November 2017 die nachfolgend im Wortlaut wiedergegebene Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben:

„Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG
Die nachfolgende Erklärung bezieht sich für den Zeitraum von der Abgabe der Entsprechenserklärung 2016 am 25. November 2016 bis zum Ablauf des 23. April 2017 auf die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex ("Kodex") in seiner Fassung vom 5. Mai 2015, die am 12. Juni 2015 im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde. Für den Zeitraum ab dem Beginn des 24. April 2017 bezieht sich die Erklärung auf die Empfehlungen des Kodex in seiner Fassung vom 7. Februar 2017, die am 24. April 2017 im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde. 

Vorstand und Aufsichtsrat der LUDWIG BECK am Rathauseck – Textilhaus Feldmeier Aktiengesellschaft erklären gemäß § 161 AktG, dass den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" mit nachfolgenden Ausnahmen entsprochen wurde und auch künftig entsprochen wird: 

1.    Der seit 24. April 2017 geltenden Empfehlung in Ziffer 4.1.3 Satz 3 des Kodex, wonach Beschäftigten auf geeignete Weise die Möglichkeit eingeräumt werden soll, geschützte Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen zu geben (Einrichtung einer Whistleblower Hotline), wird nicht entsprochen. Vorstand und Aufsichtsrat sind der Auffassung, dass die Gesellschaft auch ohne die Einrichtung einer Whistleblower Hotline über ein funktionierendes Compliance Management System verfügt. Oberdrein ist nicht auszuschließen, dass durch die Einrichtung einer Whistleblower Hotline das hervorragende Betriebsklima belastet und dem Denunziantentum Vorschub geleistet würde. 

2.    Der Vorstand der Gesellschaft hat keinen Vorsitzenden oder Sprecher (Kodex Ziffer 4.2.1 Satz 1). Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass dies der gleichberechtigten, vertrauensvollen und engen Zusammenarbeit der beiden Vorstandsmitglieder am besten gerecht wird. 

3.    Die seit Jahren praktizierte mehrjährige Bemessungsgrundlage, anhand derer die den Vorstandsmitgliedern zu gewährenden variablen Vergütungsbestandteile zu ermitteln sind, ist abweichend von der seit 24. April 2017 geltenden Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Abs. 2 Satz 3 des Kodex nicht im Wesentlichen zukunftsbezogen. Nach Auffassung des Aufsichtsrats hat sich das seit Jahren bestehende Vergütungssystem bewährt. Darüber hinaus soll in bestehende Verträge aus Gründen des Bestandsschutzes nicht eingegriffen und der Gleichlauf der Anstellungsverträge beider Vorstandsmitglieder erhalten bleiben. 

4.    Der Aufsichtsrat hat keinen Nominierungsausschuss gebildet (Kodex Ziffer 5.3.3). Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass die Erarbeitung von Wahlvorschlägen für Aufsichtsratsmitglieder an die Hauptversammlung in dem an Personen überschaubaren sechsköpfigen Plenum erfolgen sollte.

5.    "Unterjährige Finanzinformationen" werden vom Vorstand vor der Veröffentlichung nicht mit dem Aufsichtsrat oder seinem Prüfungsausschuss erörtert (Kodex Ziffer 7.1.2 Satz 2). Aufsichtsrat und Vorstand sind auf Grundlage der monatlichen Berichterstattung ständig in engem Kontakt. Eine gesonderte Erörterung von Halbjahresfinanzberichten oder sonstigen unterjährigen Finanzinformationen vor deren Veröffentlichung ist deshalb entbehrlich. 

München, den 24. November 2017“

Frühere, nicht mehr aktuelle Entsprechenserklärungen von LUDWIG BECK finden Sie hier: (https://kaufhaus.ludwigbeck.de/unternehmen/investor-relations/corporate-governance/entsprechenserklaerungen).

IV.    Angaben zu Unternehmensführungspraktiken

LUDWIG BECK ist im Rahmen seiner Aktivitäten in den Absatzmärkten den verschiedensten Risiken ausgesetzt, die mit unternehmerischem Handeln verbunden sind. Diese können die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage betreffen. Das Unternehmen hat moderne Controllinginstrumente zur Risikoerkennung, Risikobeobachtung und Risikokommunikation etabliert. Ihr Einsatz gewährleistet die regelmäßige und zeitnahe Information der Entscheidungsträger hinsichtlich deren Entwicklung zur Einleitung geeigneter Gegenmaßnahmen mit dem Ziel, den Wert des Unternehmens stetig und nachhaltig zu steigern. Innerhalb der Organisation sind die jeweiligen Zuständigkeiten festgelegt. Das Instrumentarium erfährt eine laufende Optimierung, um Strukturveränderungen ausreichend Rechnung zu tragen.

Mehr Informationen zum Risikomanagement bei LUDWIG BECK finden Sie hier 
(https://kaufhaus.ludwigbeck.de/unternehmen/investor-relations/corporate-governance/weitere-informationen).

V.    Diversitätskonzept

LUDWIG BECK verfolgt kein Diversitätskonzept im Sinne des § 289f Abs. 2 Nr. 6 HGB. Bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats werden Diversitätsaspekte bereits durch das vom Aufsichtsrat erarbeitete Kompetenzprofil für das Gesamtgremium, die konkreten Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und die festgelegten Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat berücksichtigt. Eines darüber hinausgehenden Diversitätskonzepts für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats bedarf es nach Einschätzung des Aufsichtsrats daher nicht. 

Gleiches gilt im Ergebnis auch für die Zusammensetzung des Vorstands. Die seit Jahren unveränderte Zusammensetzung des Vorstands hat sich aus Sicht des Aufsichtsrats bestens bewährt. Daher sind weder eine Erweiterung des Vorstands noch personelle Veränderungen geplant. Vor diesem Hintergrund verfolgt LUDWIG BECK derzeit auch kein Diversitätskonzept für die Zusammensetzung des Vorstands.

Aktives, engagiertes Handeln ist im Rahmen einer effizienten Organisation, die rasch und flexibel auf die Veränderungen des Marktes reagiert, die Grundlage geschäftlichen Erfolgs und zugleich Anspruch der Mitarbeiter. Das Unternehmen soll ein nachhaltig attraktives Investment für die Aktionäre sein. Vertrauen in die Zuverlässigkeit und die Leistungsfähigkeit des Konzerns und seiner Tochtergesellschaften ist dabei eine unabdingbare Voraussetzung für geschäftlichen Erfolg sowie die dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit.

Die LUDWIG BECK Kunden stehen im Mittelpunkt einer langfristig orientierten und auf Vertrauen basierenden Arbeit. Ein Höchstmaß an Eigeninitiative und die Bereitschaft für Veränderungen sowie Engagement und Kompetenz der Mitarbeiter sind wesentliche Voraussetzungen für den Erfolg des Unternehmens. Führungskräfte haben Vorbildfunktion. Sie begegnen den Mitarbeitern mit Aufmerksamkeit, stellen hohe Anforderungen, geben Impulse und vermitteln Vertrauen. In der Zusammenarbeit wird Individualität respektiert und Meinungsvielfalt gefördert. Entscheidungen werden konsequent und zielorientiert umgesetzt. 

Dies geschieht in einer von gegenseitiger Akzeptanz und Wertschätzung geprägten Atmosphäre. Bester Beweis dieser gelebten Leitbildkultur ist die außerordentliche Betriebstreue der Mitarbeiter. Die überwiegend lange Betriebszugehörigkeit seiner Mitarbeiter bestätigt das Unternehmen LUDWIG BECK in seinem Streben, auch weiterhin eine Personalpolitik des Forderns und Förderns zu verfolgen. Denn ohne zufriedene und treue Mitarbeiter gibt es keine zufriedenen und treuen Kunden.        

München, 20. März 2018

LUDWIG BECK AG

Der Vorstand

gez. Dieter Münch
gez. Christian Greiner

Der Aufsichtsrat

gez. Dr. Steffen Stremme (Vorsitzender)
gez. Hans Rudolf Wöhrl (stv. Vorsitzender)
gez. Clarissa Käfer
gez. Edda Kraft
gez. Philip Hassler
gez. Michael Neumaier

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