Erklärung zur Unternehmensführung

ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG NACH § 289f HGB und § 315d HGB

Die Unternehmensführung der LUDWIG BECK AG als börsennotierte deutsche Aktien-gesellschaft und des LUDWIG BECK Konzerns (nachfolgend zusammen "LUDWIG BECK") wird in erster Linie durch das Aktiengesetz, weitere
gesetzliche Bestimmungen und daneben auch durch die Vorgaben des Deutschen
Corporate Governance Kodex in seiner jeweils aktuellen Fassung bestimmt.

I.    Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat
Entsprechend den gesetzlichen Vorschriften unterliegt die LUDWIG BECK AG dem so genannten "dualen Führungssystem". Dieses ist durch eine strikte personelle Trennung und Kompetenzabgrenzung zwischen dem Vorstand als Leitungsorgan und dem Auf-sichtsrat als Überwachungsorgan gekennzeichnet. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten dabei im Unternehmensinteresse eng zusammen.

1.    Vorstand
Als Leitungsorgan ist der Vorstand der LUDWIG BECK AG dem Interesse des Unter-nehmens verpflichtet. Er bestimmt die Grundsätze der Unternehmenspolitik, die Strate-gie des Unternehmens, legt die Budgets fest und verteilt die Ressourcen. Er erstellt und veröffentlicht die Quartalsmitteilungen, die Halbjahresberichte sowie die Jahresab-schlüsse für den Gesamtkonzern und die Gesellschaft und ist für die Besetzung der wichtigsten Positionen im Unternehmen zuständig. Zudem informiert der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Aspekte der Pla-nung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage sowie des Risikomanagements. Abwei-chungen des Geschäftsverlaufs von aufgestellten Planungen und Zielen werden ausführ-lich erläutert und begründet.

a)    Mitglieder des Vorstands
Der Vorstand der LUDWIG BECK AG besteht aus zwei Mitgliedern. Herr Dieter Münch ist zum Ablauf des zum 31. August 2019 aus dem Vorstand ausgeschieden. Jeweils mit Wirkung ab dem 1. September 2019 hat der Aufsichtsrat Herrn Christian Greiner zum Vorstandsvorsitzenden ernannt und Herrn Jens Schott zum Mitglied des Vorstands be-stellt.

b)    Arbeitsweise
Der Vorstand übt seine Tätigkeit nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen, des Deutschen Corporate Governance Kodex (sofern nicht ausweislich der Erklärung nach
§ 161 AktG von dessen Empfehlungen abgewichen wird), der Satzung, seiner Ge-schäftsordnung sowie der jeweiligen Anstellungsverträge aus.

Die Grundsätze der Zusammenarbeit der Vorstandsmitglieder untereinander sowie mit dem Aufsichtsrat sind insbesondere in der Geschäftsordnung des Vorstands geregelt. Die Mitglieder des Vorstands arbeiten kollegial zusammen und unterrichten sich gegen-seitig fortlaufend über ihre Tätigkeit und über wesentliche Geschäftsvorfälle. Die Mitglie-der des Vorstands führen die Geschäfte der Gesellschaft grundsätzlich gemeinsam und stimmen Geschäftsführungsmaßnahmen untereinander ab. Soweit eine vorherige Ab-stimmung nicht möglich ist, ist das jeweils andere Vorstandsmitglied unverzüglich von der betreffenden Geschäftsführungsmaßnahme in Kenntnis zu setzen. Bedeutende Ge-schäftsführungsmaßnahmen bedürfen eines vorherigen Vorstandsbeschlusses. Die Ge-schäftsordnung bestimmt darüber hinaus Geschäfte und Maßnahmen des Vorstands, die der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen.

Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsent-wicklung und über Geschäfte, die für die Rentabilität oder Liquidität der Gesellschaft und des Konzerns von erheblicher Bedeutung sein können. Im Hinblick auf bestimmte bedeu-tende Maßnahmen hat der Vorstand dem Geschäftsführungs- und Personalausschuss des Aufsichtsrats vorab zu berichten. Der Aufsichtsrat kann jederzeit weitere Berichte über Angelegenheiten der Gesellschaft, über ihre rechtlichen und geschäftlichen Bezie-hungen zu verbundenen Unternehmen sowie über geschäftliche Vorgänge bei diesen Unternehmen verlangen, die auf die Lage der Gesellschaft von erheblichem Einfluss sein können.

Jedes Mitglied des Vorstands ist berechtigt und auf Verlangen des Aufsichtsrats
verpflichtet, an den Sitzungen des Aufsichtsrats teilzunehmen, soweit nicht persönliche Angelegenheiten von Vorstandsmitgliedern behandelt werden. Der Aufsichtsrat sorgt gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand. Dabei berät der Vorstand den Aufsichtsrat. Bei der Besetzung des Vorstands sind insbe-sondere eine herausragende fachliche Qualifikation, langjährige Führungserfahrung und bisherige Leistungen der Kandidaten/innen von besonderer Bedeutung. Der Aufsichtsrat stellt sicher, dass die Bestellung eines Vorstandsmitglieds nicht über das Kalenderjahr hinausgeht, in dem das Vorstandsmitglied das 65. Lebensjahr vollendet.

Jedes Vorstandsmitglied legt Interessenkonflikte unverzüglich gegenüber dem Aufsichts-rat offen und informiert den Vorstand hierüber. Im Berichtsjahr kam es bei den Vor-standsmitgliedern der LUDWIG BECK AG zu keinem Interessenkonflikt.

2.     Der Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und überwacht seine Tätigkeit.

a)    Zusammensetzung des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat der LUDWIG BECK AG ist gemäß dem Drittelbeteiligungsgesetz aus Aufsichtsratsmitgliedern der Aktionäre und der Arbeitnehmer zusammengesetzt, wobei ein Drittel der Aufsichtsratsmitglieder aus den Reihen der Arbeitnehmer stammt. Er be-steht aus sechs Mitgliedern. Der Aufsichtsrat setzt sich wie folgt zusammen: Dr. Steffen Stremme (Vorsitzender), Sandra Pabst (stellvertretende Vorsitzende), Clarissa Käfer und Dr. Bruno Sälzer als Anteilseignervertreter sowie Michael Neumaier und bis zum Ablauf des 30. April 2019 Jochen Vöcker als Arbeitnehmervertreter. Infolge der Veräuße-rung des Konzernsegments WORMLAND ist Herr Vöcker mit Ablauf des 30. April 2019 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Daraufhin hat das Amtsgericht München auf An-trag des Vorstands durch Beschluss vom 8. August 2019 Herrn Michael Eckhoff zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. Dr. Moritz Frhr. v. Hutten z. Stolzenberg wurde zum Ersatzmitglied der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat gewählt.


b)    Arbeitsweise
Der Aufsichtsrat übt seine Tätigkeit nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen, des
Deutschen Corporate Governance Kodex (sofern nicht ausweislich der Erklärung nach
§ 161 AktG von dessen Empfehlungen abgewichen wird), der Satzung und seiner Ge-schäftsordnung aus.

Die Satzung und die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats regeln die innere Ordnung und
Beschlussfassungen des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat wählt aus seiner Mitte einen Vorsitzenden und einen Stellvertreter. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats koordiniert die Arbeit des Aufsichtsrats und leitet dessen Sitzungen. Er hält mit dem Vorstand regelmä-ßig Kontakt und berät mit ihm die Strategie, die Geschäftsentwicklung und das Risiko-management des Unternehmens. Dem Vorsitzenden obliegt die Vertretung des Auf-sichtsrats gegenüber Dritten.

Der Aufsichtsrat hat mindestens zwei Sitzungen im Kalenderhalbjahr abzuhalten. Die Sitzungen des Aufsichtsrats werden durch den Aufsichtsratsvorsitzenden unter Wahrung einer Frist von zwei Wochen, die in dringenden Fällen abgekürzt werden kann, einberu-fen. Mit der Einberufung sind die Gegenstände der Tagesordnung mitzuteilen.
Der Aufsichtsrat ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder ordnungsgemäß eingeladen wurden und an der Beschlussfassung mindestens zwei Drittel der Mitglieder teilnehmen. Beschlüsse des Aufsichtsrats werden, soweit das Gesetz oder die Satzung nicht zwin-gend etwas anderes bestimmen, mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen ge-fasst. Ergibt eine Abstimmung Stimmengleichheit, gibt die Stimme des Vorsitzenden oder, wenn dieser nicht an der Abstimmung teilnimmt, die Stimme des stellvertretenden Vorsitzenden den Ausschlag. Beschlüsse des Aufsichtsrats können auch im Umlaufver-fahren außerhalb einer Sitzung gefasst werden, wenn der Vorsitzende dies für den Ein-zelfall bestimmt.

Der Aufsichtsrat bestellt den Vorstand der Gesellschaft. Er überwacht und berät den Vorstand bei der Führung der Geschäfte entsprechend den gesetzlichen und satzungs-mäßigen Bestimmungen. Er wird in alle Entscheidungen eingebunden, die für die
LUDWIG BECK AG und den Konzern von grundlegender Bedeutung sind. Für bedeuten-de Geschäftsführungsmaßnahmen ist nach der Geschäftsordnung des Vorstands die Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich. Die Aufsichtsratsmitglieder wahren die Ver-traulichkeit der ihnen im Zusammenhang mit ihrer Amtsführung bekannt gewordenen Informationen.

Jedes Aufsichtsratsmitglied ist verpflichtet, Interessenkonflikte, insbesondere solche, die
aufgrund einer Beratung oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder
sonstigen Geschäftspartnern entstehen können, dem Aufsichtsrat gegenüber offenzule-gen. Bei wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikten hat das Auf-sichtsratsmitglied sein Amt niederzulegen. Im Berichtsjahr kam es bei den Aufsichts-ratsmitgliedern der LUDWIG BECK AG zu keinem Interessenkonflikt.

Frau Clarissa Käfer verfügt über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung, sodass sie als Finanzexpertin im Sinne des § 100 Abs. 5 AktG zu qualifizieren ist. Die Mitglieder des Aufsichtsrats in ihrer Gesamtheit sind mit dem Sektor vertraut, in dem die Gesellschaft tätig ist.

Der Aufsichtsrat beurteilt regelmäßig, wie wirksam der Aufsichtsrat insgesamt und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen. Im Geschäftsjahr 2019 hat der Aufsichtsrat keine solche Selbstbeurteilung durchgeführt.

c)    Ausschüsse des Aufsichtsrats
Die Grundsätze der Zusammenarbeit der Aufsichtsratsmitglieder untereinander sind ins-besondere in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats geregelt. Diese sieht unter ande-rem die Bildung von Ausschüssen vor; derzeit bestehen zwei Ausschüsse des Aufsichts-rats, der Prüfungsausschuss und der Personal- und Geschäftsführungsausschuss:

aa)    Der Prüfungsausschuss
Die Aufgaben des Prüfungsausschusses umfassen vor allem Fragen der Rechnungs-legung und Abschlussprüfung sowie die Überwachung der Rechnungslegung, des Rech-nungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikoma-nagements, des internen Revi¬sionssystems sowie der Abschlussprüfung.

Dem Prüfungsausschuss gehören Frau Käfer (Vorsitzende), Herr Dr. Stremme und Herr Dr. Sälzer an. Der Prüfungsausschuss trat im Geschäftsjahr 2019 zu einer Sitzung am 28. März 2019 zusammen. Dem Prüfungsausschuss gehört eine Finanzexpertin im Sin-ne des § 100 Abs. 5 AktG an und seine Mitglieder sind in ihrer Gesamtheit mit dem Sek-tor vertraut, in dem die Gesellschaft tätig ist.

bb)    Der Personal- und Geschäftsführungsausschuss
Der Personal- und Geschäftsführungsausschuss besteht aus Herrn Dr. Stremme (Vor-sitzender), Frau Käfer und Frau Pabst. Der Ausschuss befasst sich insbesondere mit Personalangelegenheiten des Vorstands. Der Ausschuss hat im Jahr 2019 am 1. August 2019 per Telefon getagt.

d)    Weitere Einzelheiten
Die Ausschussvorsitzenden berichten regelmäßig über die Arbeit der Ausschüsse an den Aufsichtsrat. Die Mehrheit der jeweiligen Ausschussmitglieder ist unabhängig. Wei-tere Einzelheiten zu den jeweiligen Ausschussmitgliedern und der konkreten Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse können dem aktuellen Bericht des Aufsichtsrats auf
S. 9 ff. des Geschäftsberichts entnommen werden.

Der Aufsichtsrat hat mit Blick auf die Empfehlung in C.1 Satz 1 des Deutschen Corporate Governance Kodex konkrete Ziele für seine Zusammensetzung beschlossen und ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeitet. Die Ziele und das Kompetenzprofil sind unter folgendem Link abrufbar: https://kaufhaus.ludwigbeck.de/unternehmen/investor-relations/corporate-governance/weitere-informationen. Die vom Aufsichtsrat festgelegten Ziele für seine Zu-sammensetzung und die Vorgaben des Kompetenzprofils sind gegenwärtig erfüllt. Nach Einschätzung des Aufsichtsrats sollten dem Aufsichtsrat mindestens ein bis zwei unab-hängige Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseigner angehören. Derzeit gehören dem Auf-sichtsrat mit Frau Clarissa Käfer und Herrn Dr. Bruno Sälzer zumindest zwei unabhängi-ge Anteilseignervertreter an.

Hinsichtlich einer Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder bestimmt § 10 Abs. 3 Satz 4 der Satzung, dass Aufsichtsratsmitglieder nicht älter als 70 Jahre sein sollten. Die Amts-zeit eines Aufsichtsratsmitglieds endet spätestens mit Beendigung derjenigen Hauptver-sammlung, die auf die Vollendung des 70. Lebensjahres des Aufsichtsratsmitglieds folgt. Abweichungen von den vorgenannten Regelungen sind möglich, wenn die Hauptver-sammlung bei der Wahl eines oder mehrerer der von ihr zu wählenden Mitglieder mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen etwas anderes beschließt.

II.    Geschlechterquote und Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, Vorstand und in Führungspositionen

Geschlechterquote
Mit dem "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Füh-rungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" vom 24. April 2015 wurden börsennotierte oder mitbestimmte Unternehmen verpflichtet, Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand, in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands sowie im Aufsichtsrat festzulegen.

Zur Erfüllung dieser gesetzlichen Vorgaben haben Aufsichtsrat und Vorstand der LUD-WIG BECK AG Folgendes beschlossen:

a) Zielgröße für den Aufsichtsrat

Für den Zeitraum ab dem 1. Juli 2017 hat der Aufsichtsrat im Hinblick darauf, dass er auf die Wahl der Arbeitnehmervertreter keinen Einfluss hat, eine Zielgröße von 25 % für den Frauenanteil auf Seiten der Anteilseignervertreter festgelegt. Zur Erreichung der Zielgrö-ße wurde eine Frist bis zum 30. Juni 2022 festgelegt. Zum Zeitpunkt der Festlegung der Zielgröße betrug der Frauenanteil im Gesamtaufsichtsrat 33,33 % und unter den Anteils-eignervertretern 50 %.

b) Zielgröße für den Vorstand

Für den Zeitraum ab dem 1. Juli 2017 hat der Aufsichtsrat für den Frauenanteil im Vor-stand eine Zielgröße von 0 % und eine Frist zu deren Erreichung bis zum 30. Juni 2022 festgelegt. Bei Festlegung der Zielgröße betrug der Frauenanteil im Vorstand 0 %. Der Aufsichtsrat ist weiterhin der Auffassung, dass eine personelle Erweiterung des Vor-stands nicht notwendig ist. Für eine Umbesetzung des Vorstands sieht der Aufsichtsrat derzeit ebenfalls keine Veranlassung. Vor diesem Hintergrund hält der Aufsichtsrat die Festlegung einer höheren Frauenquote im Vorstand nicht für zielführend und legt Wert darauf, dass auch künftig ausschließlich die fachliche Qualifikation und die Expertise für die Auswahl zum Mitglied des Vorstands der Gesellschaft ausschlaggebend sein sollen.

c) Zielgröße für die erste und zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands

In seiner Sitzung am 24. Mai 2017 hat der Vorstand für den Frauenanteil in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Zielgröße in Höhe von 28 % und eine Frist von fünf Jahren zu deren Erreichung festgelegt. Bei Festlegung der Zielgröße lag der Frauenanteil in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands bei 38 %.

Für den Frauenanteil in der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands hat der Vorstand in seiner Sitzung am 24. Mai 2017 eine Zielgröße in Höhe von 50 % und eine Frist von fünf Jahren zu deren Erreichung festgelegt. Bei Festlegung der Zielgröße lag der Frauenanteil in der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands bei 67 %.

III.    Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG
Der Begriff Corporate Governance steht für eine verantwortungsbewusste Unterneh-mensführung und -kontrolle, deren Ziel die nachhaltige Wertschöpfung ist. LUDWIG BECK fühlt sich diesen Werten verpflichtet und erfüllt die Empfehlungen des erstmals im Jahr 2002 beschlossenen Deutschen Corporate Governance Kodex seit April 2003 ohne wesentliche Einschränkungen. Vorstand und Aufsichtsrat von LUDWIG BECK haben daher nach pflichtgemäßer Prüfung zuletzt am 10. September 2019 die nachfolgend im Wortlaut wiedergegebene Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben:


„Entsprechenserklärung 2019 zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG

– zugleich Aktualisierung der Entsprechenserklärung 2018 –

Die nachfolgende Erklärung bezieht sich auf die Empfehlungen des Deutschen Corpora-te Governance Kodex ("Kodex") in seiner Fassung vom 7. Februar 2017, die am 24. April 2017 im Bundesanzeiger veröffentlicht und am 19. Mai 2017 berichtigt wurde.

Vorstand und Aufsichtsrat der LUDWIG BECK am Rathauseck – Textilhaus Feldmeier Aktiengesellschaft erklären gemäß § 161 AktG, dass den vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt ge-machten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" mit nachfolgenden Ausnahmen entsprochen wurde und auch künftig entsprochen wird:

1.    Der Empfehlung in Ziffer 4.1.3 Satz 3 des Kodex, wonach Beschäftigten auf geeigne-te Weise die Möglichkeit eingeräumt werden soll, geschützte Hinweise auf Rechts-verstöße im Unternehmen zu geben (Einrichtung einer Whistleblower Hotline), wird nicht entsprochen. Vorstand und Aufsichtsrat sind der Auffassung, dass die Gesell-schaft auch ohne die Einrichtung einer Whistleblower Hotline über ein funktionieren-des Compliance Management System verfügt. Obendrein ist nicht auszuschließen, dass durch die Einrichtung einer Whistleblower Hotline das hervorragende Betriebs-klima belastet und dem Denunziantentum Vorschub geleistet würde.

2.    Bis zum Ablauf des 31. August 2019 hatte der Vorstand der Gesellschaft keinen Vor-sitzenden oder Sprecher (Kodex Ziffer 4.2.1 Satz 1). Nach Auffassung des Aufsichts-rats wurde dies der Zusammenarbeit der beiden bisherigen Vorstandsmitglieder am besten gerecht. Seitdem Herr Christian Greiner mit Wirkung ab dem 1. September 2019 zum Vorstandsvorsitzenden ernannt worden ist, wird der Empfehlung in Ziffer 4.2.1 Satz 1 des Kodex entsprochen.

3.    Der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Abs. 2 Satz 2 des Kodex, wonach die monetären Teile der Vorstandsvergütung fixe und variable Bestandteile umfassen sollen, wird im Hin-blick auf das mit Wirkung zum 1. September 2019 neu bestellte Vorstandsmitglied Jens Schott teilweise nicht entsprochen. Herr Schott erhält im Zeitraum vom 1. Sep-tember 2019 bis zum 31. Dezember 2019 ausschließlich eine fixe Vergütung. Da sich die Bemessung der variablen Vorstandsvergütung nach Kriterien richtet, die sich je-weils auf volle Geschäftsjahre beziehen, hält der Aufsichtsrat es für zweckmäßig und angemessen, Herrn Schott für das bei seiner Bestellung zum Vorstandsmitglied lau-fende Geschäftsjahr 2019 eine reine Fixvergütung zu gewähren. Ab 1. Januar 2020 wird der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Abs. 2 Satz 2 des Kodex wieder vollständig ent-sprochen.

4.    Die seit Jahren praktizierte mehrjährige Bemessungsgrundlage, anhand derer die den Vorstandsmitgliedern zu gewährenden variablen Vergütungsbestandteile zu er-mitteln sind, ist abweichend von der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Abs. 2 Satz 3 des Ko-dex nicht im Wesentlichen zukunftsbezogen. Nach Auffassung des Aufsichtsrats hat sich das seit Jahren bestehende Vergütungssystem bewährt.

5.    Der Aufsichtsrat hat keinen Nominierungsausschuss gebildet (Kodex Ziffer 5.3.3). Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass die Erarbeitung von Wahlvorschlägen für Aufsichtsratsmitglieder an die Hauptversammlung in dem an Personen überschauba-ren sechsköpfigen Plenum erfolgen sollte.

6.    Der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 Abs. 2 Satz 1, Alt. 1 und Satz 2 des Kodex, wonach der Aufsichtsrat im Rahmen der Benennung der konkreten Ziele für seine Zusam-mensetzung u.a. eine festzulegende Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat angemessen berücksichtigen soll, wird nicht entsprochen. Der Aufsichts-rat hält die Festlegung einer solchen Regelgrenze nicht für zielführend. Denn gerade die von einer Regelgrenze betroffenen Aufsichtsratsmitglieder verfügen über vertiefte Kenntnisse der Gesellschaft und langjährige Erfahrung, von denen die Gesellschaft profitiert. Über eine mögliche weitere Amtszeit soll daher immer im Einzelfall ent-schieden werden.

7.    "Unterjährige Finanzinformationen" werden vom Vorstand vor der Veröffentlichung nicht mit dem Aufsichtsrat oder seinem Prüfungsausschuss erörtert (Kodex Ziffer 7.1.2 Satz 2). Aufsichtsrat und Vorstand sind auf Grundlage der monatlichen Bericht-erstattung ständig in engem Kontakt. Eine gesonderte Erörterung von Halbjahresfi-nanzberichten oder sonstigen unterjährigen Finanzinformationen vor deren Veröffent-lichung ist deshalb entbehrlich.

München, den 10. September 2019“

Frühere, nicht mehr aktuelle Entsprechenserklärungen von LUDWIG BECK finden Sie hier: (https://kaufhaus.ludwigbeck.de/unternehmen/investor-relations/corporate-governance/entsprechenserklaerungen).

IV.    Angaben zu Unternehmensführungspraktiken

LUDWIG BECK ist im Rahmen seiner Aktivitäten in den Absatzmärkten den ver-schiedensten Risiken ausgesetzt, die mit unternehmerischem Handeln verbunden sind. Diese können die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage betreffen. Das Unternehmen hat moderne Controllinginstrumente zur Risikoerkennung, Risikobeobachtung und Risiko-kommunikation etabliert. Ihr Einsatz gewährleistet die regelmäßige und zeitnahe Infor-mation der Entscheidungsträger hinsichtlich deren Entwicklung zur Einleitung geeigneter Gegenmaßnahmen mit dem Ziel, den Wert des Unternehmens stetig und nachhaltig zu steigern. Innerhalb der Organisation sind die jeweiligen Zuständigkeiten festgelegt. Das Instrumentarium erfährt eine laufende Optimierung, um Strukturveränderungen ausrei-chend Rechnung zu tragen.

Mehr Informationen zum Risikomanagement bei LUDWIG BECK finden Sie hier
(https://kaufhaus.ludwigbeck.de/unternehmen/investor-relations/corporate-governance/weitere-informationen).

V.    Diversitätskonzept

LUDWIG BECK verfolgt kein Diversitätskonzept im Sinne der §§ 289f Abs. 2 Nr. 6, 315d HGB. Bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats werden Diversitätsaspekte bereits durch das vom Aufsichtsrat erarbeitete Kompetenzprofil für das Gesamtgremium, die konkreten Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und die festgelegten Ziel-größen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat berücksichtigt. Eines darüber hinausgehen-den Diversitätskonzepts für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats bedarf es nach Einschätzung des Aufsichtsrats daher nicht.

Gleiches gilt im Ergebnis auch für die Zusammensetzung des Vorstands und der Ge-schäftsführungen der Tochtergesellschaften. Die Zusammensetzung des Vorstands hat sich aus Sicht des Aufsichtsrats bestens bewährt. Daher sind weder eine Erweiterung des Vorstands noch personelle Veränderungen geplant. Vor diesem Hintergrund verfolgt LUDWIG BECK derzeit auch kein Diversitätskonzept für die Zusammensetzung des Vorstands der LUDWIG BECK AG und der Geschäftsführungen der Tochtergesellschaf-ten.

Aktives, engagiertes Handeln ist im Rahmen einer effizienten Organisation, die rasch und flexibel auf die Veränderungen des Marktes reagiert, die Grundlage geschäftlichen Erfolgs und zugleich Anspruch der Mitarbeiter. Das Unternehmen soll ein nachhaltig at-traktives Investment für die Aktionäre sein. Vertrauen in die Zuverlässigkeit und die Leis-tungsfähigkeit von LUDWIG BECK ist dabei eine unabdingbare Voraussetzung für ge-schäftlichen Erfolg sowie die dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit.

Die LUDWIG BECK Kunden stehen im Mittelpunkt einer langfristig orientierten und auf Vertrauen basierenden Arbeit. Ein Höchstmaß an Eigeninitiative und die Bereitschaft für Veränderungen sowie Engagement und Kompetenz der Mitarbeiter sind wesentliche Voraussetzungen für den Erfolg des Unternehmens. Führungskräfte haben Vorbildfunkti-on. Sie begegnen den Mitarbeitern mit Aufmerksamkeit, stellen hohe Anforderungen, geben Impulse und vermitteln Vertrauen. In der Zusammenarbeit wird Individualität res-pektiert und Meinungsvielfalt gefördert. Entscheidungen werden konsequent und zielori-entiert umgesetzt.

Dies geschieht in einer von gegenseitiger Akzeptanz und Wertschätzung geprägten
Atmosphäre. Bester Beweis dieser gelebten Leitbildkultur ist die außerordentliche
Betriebstreue der Mitarbeiter. Die überwiegend lange Betriebszugehörigkeit seiner Mit-arbeiter bestätigt das Unternehmen LUDWIG BECK in seinem Streben, auch weiterhin eine Personalpolitik des Forderns und Förderns zu verfolgen. Denn ohne zufriedene und treue Mitarbeiter gibt es keine zufriedenen und treuen Kunden.

München, 26. März 2020

LUDWIG BECK AG
Der Vorstand                                                                                     
gez. Christian Greiner (Vorsitzender)                                              
gez. Jens Schott                                                                             
                                                                                                           
Der Aufsichtsrat                                                                                                      
gez. Dr. Steffen Stremme (Chairman)
gez. Sandra Pabst (Vice Chairwoman)
gez. Clarissa Käfer
gez. Dr. Bruno Sälzer
gez. Michael Neumaier
gez. Michael Eckhoff                                                                 

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