LUDWIG BECK Konzern wird in den ersten neun Monaten 2018 durch klimatische Extreme herausgefordert

München, 24. Oktober 2018 – Der Münchner Modekonzern LUDWIG BECK (ISIN DE 0005199905) verzeichnete in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen Umsatzrückgang von 5,7%. Nachdem bereits ein langer harter Winter das Frühjahrsgeschäft beeinträchtigt hatte, war auch im weiteren Verlauf des Jahres eine Kaufzurückhaltung zu spüren. Im Bilderbuchsommer 2018 verzichteten zahlreiche Konsumenten auf ihr Shoppingerlebnis zugunsten sommerlicher Freizeitaktivitäten. Auch der September glänzte noch mit hochsommerlichen Temperaturen.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Entwicklung im Einzelhandel

Nach vorläufigen Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hat sich die Dynamik der deutschen Wirtschaft weiter abgeschwächt. Die Konjunkturforscher gehen von einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im zweiten Quartal von 0,5%, im dritten Quartal nur noch von 0,4% aus. Ursache dafür sind vor allem rückläufige Auftrags- und Produktionszahlen in der Industrie gewesen und zudem ins Gewicht fallende Lieferstopps der Automobilbauer. Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt auch das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), das aber zugleich die weiterhin günstige Arbeitsmarktlage und einen Anstieg der verfügbaren Einkommen hervorhob. Dies bestätigt eine Zwischenbilanz der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Demnach entwickelten sich Verbraucherstimmung und Konsumklima trotz politischer Turbulenzen in den zurückliegenden Monaten ungebrochen positiv. Lediglich die Anschaffungsneigung bewegte sich leicht ins Minus. Diese insgesamt erfreulichen Trends wirkten sich allerdings nicht auf den stationären Modehandel aus, der trotz zum Teil drastischer Preisreduzierung abermals Kunden an den Online-Bereich abgeben musste. Branchenbeobachter sprachen bereits von einem „Konsumboykott“ im Frühjahr und Sommer, lobten hingegen den September als einer der besseren Monate.

KONZERNERTRAGSLAGE

Umsatzentwicklung
In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres erwirtschaftete der LUDWIG BECK Konzern einen Bruttoumsatz von 111,7 Mio. € (Vorjahr: 118,5 Mio. €). Der Anteil des Segments LUDWIG BECK am Konzernumsatz betrug 63,6 Mio. € (Vorjahr: 67,0 Mio. €). Das Segment WORMLAND leistete einen Beitrag von 48,2 Mio. € (Vorjahr: 51,4 Mio. €).

Ergebnissituation
Der Nettorohertrag betrug nach den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2018 insgesamt 44,5 Mio. € (Vorjahr: 46,8 Mio. €). Während das Segment LUDWIG BECK einen Beitrag von 25,5 Mio. € hierzu beisteuerte (Vorjahr: 26,8 Mio. €), lag der Wert im Segment WORMLAND bei 19,0 Mio. € (Vorjahr: 20,0 Mio. €). Verantwortlich für diese Entwicklung in beiden Segmenten zeichnete die im Wesentlichen durch die Extremwetterlagen bedingte Umsatzentwicklung in den ersten neun Monaten. Die Nettorohertragsmarge auf Konzernebene konnte signifikant auf 47,4% verbessert werden (Vorjahr: 47,0%).

Die Aufwendungen wurden deutlich gedrosselt und lagen mit 49,8 Mio. € um 1,1 Mio. € niedriger als im Vorjahr.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) betrug -3,1 Mio. € (Vorjahr: -1,8 Mio. €). Das Segment LUDWIG BECK leistete dazu einen positiven Beitrag von 1,7 Mio. € (Vorjahr: 2,6 Mio. €). Das Segment WORMLAND verzeichnete einen Verlust in Höhe von - 4,9 Mio. € (Vorjahr: - 4,4 Mio. €).

VERMÖGENSLAGE

Bilanzstruktur
Die Bilanzsumme des LUDWIG BECK Konzerns lag zum 30. September 2018 bei 135,4 Mio. € und damit saisonbedingt über dem Wert des Bilanzstichtages zum 31. Dezember 2017 in Höhe von 130,5 Mio. €.

Nach wie vor ist das Sachanlagevermögen mit der Immobilie am Münchner Marienplatz die größte Position unter den langfristigen Vermögenswerten. Diese ist darin mit über 70 Mio. € bilanziert. Insgesamt beliefen sich die langfristigen Vermögenswerte auf 103,2 Mio. € und verzeichneten aufgrund der Tatsache, dass die Investitionen planmäßig unter den Abschreibungen lagen einen Rückgang um 1,4 Mio. € gegenüber dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 mit 104,6 Mio. €.

Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen von 25,9 Mio. € (31. Dezember 2017) auf 32,2 Mio. €. Dabei kam es bei den Vorräten saisonal bedingt zu einem Anstieg auf 26,8 Mio. € (31. Dezember 2017: 20,7 Mio. €).

Die liquiden Mittel lagen bei 1,2 Mio. € (31. Dezember 2017: 1,6 Mio. €).

FINANZLAGE

Bilanzstruktur
Zum Stichtag 30. September 2018 verfügte der LUDWIG BECK Konzern über ein Eigenkapital in Höhe von 73,2 Mio. € (31. Dezember 2017: 79,4 Mio. €). Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 54,1% (31. Dezember 2017: 60,8%).

Die langfristigen Verbindlichkeiten stiegen von 30,7 Mio. € (31. Dezember 2017) auf 33,4 Mio. €. Gegenläufig zu den planmäßigen Darlehenstilgungen innerhalb der Immobiliengesellschaften von LUDWIG BECK wirkte sich die Aufnahme eines zinsgünstigen mittelfristigen Darlehens in Höhe von insgesamt 5,0 Mio. € durch die LUDWIG BECK AG aus. Die Darlehensaufnahme diente dem Ziel, das günstige Zinsniveau mittelfristig für den LUDWIG BECK Konzern zu sichern.

Auch die kurzfristigen Verbindlichkeiten verzeichneten einen saisonalen Anstieg von 20,4 Mio. € (31. Dezember 2017) auf 28,7 Mio. €. Neben der Finanzierung der Dividendenzahlung, der Investitionen sowie des saisonal bedingten Anstiegs der Vorräte war auch die Entwicklung des operativen Ergebnisses ursächlich für diese Entwicklung. Somit lagen die gesamten Verbindlichkeiten des Konzerns zum Stichtag 30. September 2018 bei 62,1 Mio. € (31. Dezember 2017: 51,1 Mio. €).

Cashflow
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug nach den ersten neun Monaten des Jahres 2018 -9,5 Mio. € (Vorjahr: -5,3 Mio. €). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag im Berichtszeitraum bei -1,6 Mio. € (Vorjahr: -1,9 Mio. €). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit lag bei 10,6 Mio. € (Vorjahr: 7,0 Mio. €).  

MITARBEITER

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2018 betrug die Zahl der Mitarbeiter 869 (ohne Auszubildende) gemäß § 267 Abs. 5 HGB (Vorjahr: 862). Gewichtet nach Vollzeitmitarbeitern ist die Anzahl auf Konzernebene mit 560 leicht gesunken (Vorjahr: 565). Die Zahl der Auszubildenden (durchschnittlich) lag bei 46 (Vorjahr: 39).  

PROGNOSEBERICHT

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Entwicklung im Einzelhandel Nach fünf Jahren fortgesetzten Aufschwungs sieht das Institut für Weltwirtschaft (IfW) Deutschland in der konjunkturellen Endphase. Die Kieler Wirtschaftsforscher revidierten in ihrer Herbstprognose ihre vorhergesagte Zuwachsrate des BIP leicht nach unten und kommen nun nur noch auf einen Wert von 1,9% für 2018. Ein Zuwachs von ebenfalls 1,9% wird wegen der hohen Zahl an Arbeitstagen für 2019 angenommen. Die aktuelle Prognose untermauert ihre Analyse mit typischen Indikatoren wie angespannten Produktionskapazitäten und Personalengpässen, die auf ein Erreichen der Konjunkturgrenzen hindeuten. Dagegen stehen weiterhin eine günstige Arbeitsmarktlage, erwartete Einkommensanstiege und wachsende Exporte, die lediglich von protektionistischen Maßnahmen der Weltpolitik gefährdet seien.

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sieht die Deutschen auch in naher Zukunft in Kauflaune bei einer exzellenten Arbeitsmarktentwicklung, die stabile Planungssicherheit für Konsumausgaben schaffe. Weiterhin bestätigt die GfK ihre Prognose, wonach die privaten Konsumausgaben in Deutschland 2018 um 1,5% steigen werden. Diese günstigen Rahmenbedingungen scheinen auf dem Modemarkt indes nicht anzukommen.

LUDWIG BECK Konzern 2018
Die zurückliegenden neun Monate des Geschäftsjahres standen unvermindert im Zeichen eines tiefgreifenden Strukturwandels im stationären Modehandel. Das Management von LUDWIG BECK geht davon aus, dass diese Neuordnung des Marktes anhalten und den Konzern weiter vor Herausforderungen stellen wird. Als Modehaus mit einem hochwertigen Sortiment, einer ausgeprägten Verkaufs- und Servicekultur und dem außergewöhnlichen Erlebniswert des Stammhauses am Münchner Marienplatz und den Filialen von WORMLAND ist der Konzern jedoch so aufgestellt, auch diese Neustrukturen im Handel zu bestehen. Vorstandsmitglied Dieter Münch: „LUDWIG BECK bietet einen emotionalisierten Shopping-Lifestyle, wie dieser im Internet nicht möglich ist. Deshalb sehen wir bei aller gebotenen Vorsicht immer noch zuversichtlich in die Zukunft. Wir konzentrieren uns jetzt ausschließlich auf das umsatzstärkste Quartal des Jahres“.

Das Management strebt weiterhin für das laufende Geschäftsjahr 2018 einem Bruttoumsatz von mehr als 170 Mio. € sowie eine EBIT-Marge zwischen 3,5 und 5% des Nettoumsatzes an. Weitere Extremwetterlagen sind hier jedoch nicht eingepreist.

KONZERNKENNZAHLEN

in Mio. € 01/01/2018 – 30/09/2018 01/01/2017 – 30/09/2017 01/01/2017 – 31/12/2017
ERGEBNIS
Umsatz (brutto) 111,7 118,5 173,2
Mehrwertsteuer 17,8 18,9 27,6
Umsatz (netto) 93,9 99,6 145,6
Nettorohertrag 44,5 46,8 69,6
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 0,5 2,2 10,9
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) -2,5 -1,1 6,5
Ergebnis vor Steuern (EBT) -3,1 -1,8 5,6
Ergebnis nach Steuern -3,5 -2,4 3,3
CASHFLOW
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -9,5 -5,3 8,7
Cashflow aus Investitionstätigkeit -1,6 -1,9 -2,5
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 10,6 7,0 -6,2
MITARBEITER
Mitarbeiter (durchschnittlich ohne Auszubildende) 869 862 874
Auszubildende (durchschnittlich) 46 39 40
Personalaufwand 21,9 22,1 29,3
AKTIE
Aktienanzahl in Mio. 3,70 3,70 3,70
Ergebnis je Aktie unverwässert und verwässert (in €) -0,93 -0,66 0,88
BILANZ
Langfristige Vermögenswerte 103,2 105,3 104,6
Kurzfristige Vermögenswerte 32,2 31,9 25,9
Eigenkapital 73,2 73,8 79,4
Langfristige Verbindlichkeiten 33,4 30,9 30,7
Kurzfristige Verbindlichkeiten 28,7 32,6 20,4
Bilanzsumme 135,4 137,2 130,5
Investitionen -1,6 -1,9 -2,5
Eigenkapitalquote in % 54,1 53,8 60,8


SEGMENTDARSTELLUNG

in Mio. € LUDWIG BECK WORMLAND KONZERN
Umsatz (brutto) (Vorjahr) 63,6 (67,0) 48,2 (51,4) 111,7 (118,5)
Nettorohertrag (Vorjahr) 25,5 (26,8) 19,0 (20,0) 44,5 (46,8)
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) (Vorjahr) 4,3 (5,5) -3,8 (-3,3) 0,5 (2,2)
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) (Vorjahr) 2,3 (3,2) -4,8 (-4,3) -2,5 (-1,1)
Ergebnis vor Steuern (EBT) (Vorjahr) 1,7 (2,6) -4,9 (-4,4) -3,1 (-1,8)

Über LUDWIG BECK
LUDWIG BECK gehört zur Spitze der deutschen Textil-Einzelhandelsunternehmen und erwirtschaftete im Jahr 2017 mit 451 Mitarbeitern auf insgesamt rund 12.400 qm Fläche sowie in einem Onlineshop einen Bruttoumsatz in Höhe von 99,0 Mio. € (Stand: 31. Dezember 2017). LUDWIG BECK liegt im Herzen Münchens, direkt am Marienplatz. Auf sieben Etagen bietet das Münchner Modeunternehmen internationale Mode, Lederwaren und Accessoires, exklusive Kosmetik und mit mehr als 120.000 Titeln Europas größte stationäre Auswahl an Klassik, Jazz, Weltmusik und Hörbüchern.

Über WORMLAND
Die THEO WORMLAND GmbH & Co. KG mit Sitz in Hannover erzielte 2017 mit 417 Mitarbeitern auf insgesamt rund 16.200 qm einen Umsatz in Höhe von 74,2 Mio. € (Stand: 31. Dezember 2017). Die Unternehmensgruppe umfasst dabei zwei unterschiedliche Storekonzepte: WORMLAND und THEO. Mit 15 Filialen gehört die THEO WORMLAND GmbH & Co. KG heute zu den führenden deutschen Herrenmodefilialisten. 

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