LUDWIG BECK – Umsätze im I. Quartal deutlich über Vorjahr jedoch noch nicht auf Vor-Pandemie-Niveau

KONZERNQUARTALSMITTEILUNG
für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2022
für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. März 2022


LUDWIG BECK – Umsätze im I. Quartal deutlich über Vorjahr jedoch noch nicht auf Vor-Pandemie-Niveau

München, 21. April 2022 – Der Münchner Modekonzern LUDWIG BECK (ISIN DE 0005199905) beendete das erste Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit einem deutlichen Plus. Grund hierfür sind die eingeschränkten Geschäftsaktivitäten zu Beginn des Jahres 2021 aufgrund des behördlich angeordneten Lockdowns bis zum 7. März 2021 und der anschließenden „Click & Meet“ Auflagen aufgrund der COVID-19-Pandemie.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Entwicklung im Einzelhandel
Der stationäre Modehandel konnte in das erste Quartal 2022 zwar ohne Lockdown starten, jedoch war durch das hohe Infektionsgeschehen, getrieben durch die Omikron-Variante, die Konsumstimmung bei weitem nicht wie in einem Normaljahr. Der Kriegsbeginn in der Ukraine im Februar und die damit einhergehenden Preissteigerungen vor allem im Energiebereich haben die Umsatzentwicklung im stationären Modehandel zusätzlich negativ beeinflusst. Die neu veröffentlichte GfK-Konsumklimastudie zeigt, dass der Krieg in der Ukraine bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern deutlich Spuren hinterlassen hat. Sorgen vor den Folgen der Sanktionen, der rasante Anstieg der Inflation sowie Angst vor einer Ausweitung des Konflikts trüben das Konsumklima deutlich ein. Laut einer Erhebung von Allianz Trade (ehem. Euler Hermes) könnte in Deutschland der Modehandel aufgrund des Krieges in der Ukraine Umsätze in Höhe von eine Milliarde Euro einbüßen. Da sich in der COVID-19-Pandemie nun langsam eine Entspannung abzeichnet, wird die Konsumstimmung in den kommenden Wochen und Monaten deutlich von der weiteren Entwicklung des Krieges in der Ukraine abhängen.

GRUNDSÄTZLICHE DARSTELLUNG DER ZAHLEN IN DER ZWISCHENMITTEILUNG
Sämtliche Summen und Zahlen im Text sowie in den Tabellen wurden exakt berechnet und anschließend auf Mio. € gerundet. Die prozentualen Angaben im Text und in den Tabellen wurden anhand der exakten (nicht der gerundeten) Werte ermittelt.

Die Vergleichbarkeit der Konzernertragslage mit dem Vorjahr ist stark eingeschränkt, da das Stammhaus am Marienplatz aufgrund eines Volllockdowns vom 16. Dezember 2020 bis 7. März 2021 geschlossen war.


KONZERNERTRAGSLAGE

Umsatzentwicklung
Der LUDWIG BECK Konzern erwirtschaftete im 1. Quartal 2022 einen Bruttoumsatz in Höhe von 14,7 Mio. € (Vorjahr: 6,7 Mio. €). Sowohl im Segment Textil mit einem Anteil von 10,2 Mio. € (Vorjahr: 3,8 Mio. €) als auch im Segment Nontextil mit 4,5 Mio. € (Vorjahr: 2,9 Mio. €) konnten die Umsätze aufgrund der dargestellten Einschränkungen im ersten Quartal 2021 deutlich gesteigert werden.

Von einer Normalisierung der Umsatzsituation ist LUDWIG BECK aufgrund der allgemeinen Rahmenbedingungen jedoch noch ein ganzes Stück entfernt.

Ergebnissituation
Der Nettorohertrag verbesserte sich von 2,3 Mio. € auf 5,6 Mio. €. Die Nettorohertragsmarge konnte aufgrund geringerer Preisnachlässe im ersten Quartal deutlich von 41,7% auf 45,6% gesteigert werden.

Die betrieblichen Aufwendungen lagen saldiert mit den betrieblichen Erträgen im ersten Quartal bei 6,9 Mio. € (Vorjahr: 5,9 Mio. €). Das operative Ergebnis (EBIT) betrug dementsprechend -1,3 Mio. € (Vorjahr: -3,5 Mio. €).

Mit einem Finanzergebnis von -0,5 Mio. € (Vorjahr: -0,6 Mio. €) lag das Ergebnis vor Steuern (EBT) bei -1,8 Mio. € (Vorjahr: -4,2 Mio. €). Das Ergebnis nach Steuern (EAT) betrug -1,1 Mio. € (Vorjahr: -2,7 Mio. €).


VERMÖGENSLAGE

Bilanzstruktur
Die Bilanzsumme des LUDWIG BECK Konzerns zum 31. März 2022 lag bei 170,8 Mio. (31. Dezember 2021: 168,2 Mio. €).

Wesentliche Bestandteile der langfristigen Vermögenswerte waren wie schon im Vorjahr die bilanzierten Nutzungsrechte für Mietverträge (59,7 Mio. €) und die Immobilie am Münchner Marienplatz (69,9 Mio. €). Im Vergleich zum 31. Dezember 2021 beliefen sich die langfristigen Vermögenswerte zum 31. März 2022 insgesamt betragsmäßig unverändert auf 151,6 Mio. €.

Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen von 16,6 Mio. € (31. Dezember 2021) auf
19,2 Mio. €. Der Bestand an Warenvorräten erhöhte sich planmäßig saisonal von 10,3 Mio. € auf 11,6 Mio. €.

Die liquiden Mittel lagen bei 0,4 Mio. € (31. Dezember 2021: 0,3 Mio. €).


FINANZLAGE

Bilanzstruktur
Zum 31. März 2022 verfügte der LUDWIG BECK Konzern über ein Eigenkapital in Höhe von 61,8 Mio. € (31. Dezember 2021: 63,0 Mio. €). Die Eigenkapitalquote betrug 36,2% (31. Dezember 2021: 37,4%).

Die langfristigen Verbindlichkeiten nahmen im Wesentlichen durch planmäßige Tilgungen der finanziellen Verbindlichkeiten um 1,0 Mio. € ab und betrugen 86,0 Mio. € (31. Dezember 2021: 87,0 Mio. €).

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten stiegen saisonal bedingt aufgrund der Entwicklung der kurzfristigen Vermögenswerte, der Tilgung von langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten sowie der Ergebnisentwicklung von 18,3 Mio. € (31. Dezember 2021) auf 23,0 Mio. €.

Insgesamt lagen die Verbindlichkeiten des Konzerns zum Stichtag 31. März 2022 bei 109,0 Mio. € (31. Dezember 2021: 105,3 Mio. €).


Cashflow
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit lag nach den ersten drei Monaten des Jahres 2022 bei -2,8 Mio. € (Vorjahr: -5,7 Mio. €). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug im selben Zeitraum -0,8 Mio. € (Vorjahr: -1,3 Mio. €). Bei den Investitionen handelt es sich im Wesentlichen um die im März neu eröffnete Trachten Abteilung in unserem Kaufhaus am Marienplatz. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit lag bei 3,7 Mio. € (Vorjahr: -3,9 Mio. €).  


MITARBEITER

In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2022 bewegte sich die Zahl der Mitarbeiter (gemäß § 267 Abs. 5 HGB) im Wesentlichen mit 366 (ohne Auszubildende) auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 358). Zum Stichtag 31. März 2022 beschäftigte der LUDWIG BECK Konzern 42 Auszubildende (Vorjahr: 47).


PROGNOSEBERICHT

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Entwicklung im Einzelhandel und bei LUDWIG BECK

Eine konkrete Einschätzung der weiteren Konjunkturentwicklung ist aufgrund der immer noch anhaltenden COVID-19-Pandemie mit weiterhin unwägbarem Infektionsgeschehen und den daraus resultierenden Folgen für die Weltwirtschaft schwierig. Zusätzlich muss beobachtet werden, wie sich der Konflikt zwischen den westlichen Staaten, Russland und der Ukraine und die daraus resultierenden Folgen für die Weltwirtschaft und die deutsche Wirtschaft entwickelt.

Bei einem sich einigermaßen normalisierenden Geschäftsverlauf mit einem wieder stattfindenden Oktoberfest und einem uneingeschränkten Weihnachtsgeschäft mit Weihnachtsmärkten wie vor der Pandemie geht LUDWIG BECK, wie bereits im Prognosebericht zum Konzernabschluss vom 31. Dezember 2021 dargestellt, von einem Bruttowarenumsatz zwischen 85 Mio. € und 88 Mio. € und einem leicht positiven Ergebnis vor Steuern (EBT) im Geschäftsjahr 2022 aus.

Voraussetzung für diese Prognose ist jedoch, dass es zu keinen weiteren Einschränkungen in den Innenstädten, wie Lockdowns, 2G-Regelungen, Sperrstunden oder Zugangsbeschränkungen, kommt. Im Falle erneuter Einschränkungen aufgrund der COVID-19-Pandemie oder weiterer negativer Entwicklungen im Ukraine Konflikt wäre nur schwer abschätzbar, in welchem Umfang die Umsatz- und Ertragssituation von LUDWIG BECK negativ beeinflusst wird.

 

KONZERNKENNZAHLEN
in Mio.€ 01.01.2022 - 31.03.2022 01.01.2021 - 31.03.2021
ERGEBNIS
Umsatz (brutto) 14,7 6,7
Mehrwertsteuer -2,3 -1,1
Umsatz (netto) 12,4 5,6
Nettorohertrag 5,6 2,3
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 0,3 -1,9
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) -1,3 -3,5
Ergebnis vor Steuern (EBT) -1,8 -4,2
Ergebnis nach Steuern (EAT) -1,1 -2,7
CASHFLOW
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -2,8 -5,7
Cashflow aus Investitionstätigkeit -0,8 -1,3
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 3,7 -3,9
MITARBEITER
Mitarbeiter (durchschnittlich ohne Auszubildende) 366 358
Auszubildende (durchschnittlich) 42 47
Personalaufwand in Mio. € 3,6 2,7
AKTIE
Aktienanzahl in Mio. 3,70 3,70
Ergebnis je Aktie unverwässert und verwässert (in €) -0,30 -0,73
BILANZ
31.03.2022 31.12.2021
BILANZ
Langfristige Vermögenswerte 151,6 151,6
Kurzfristige Vermögenswerte 19,2 16,6
Eigenkapital 61,8 63,0
Langfristige Verbindlichkeiten 86,0 87,0
Kurzfristige Verbindlichkeiten 23,0 18,3
Bilanzsumme 170,8 168,2
Investitionen -0,8 -1,0
Eigenkapitalquote in % 36,2 37,4
SEGMENTDARSTELLUNG
Textil Nontextil Konzern
Mio. € % Mio. € % Mio. € %
Bruttoumsatzerlöse 10,2 119,0 4,5 119,0 14,7 119,0
Vorjahr 3,8 119,0 2,9 119,0 6,7 119,0
MWSt -1,6 19,0 -0,7 19,0 -2,3 19,0
Vorjahr -0,6 19,0 -0,5 19,0 -1,1 19,0
Nettoumsatzerlöse 8,6 100,0 3,8 100,0 12,4 100,0
Vorjahr 3,2 100,0 2,4 100,0 5,6 100,0
Wareneinsatz* -4,9 57,7 -2,1 56,4 -7,1 57,3
Vorjahr -2,1 65,6 -1,4 58,2 -3,5 62,5
Nettorohertrag 3,6 42,4 1,6 43,5 5,3 42,7
Vorjahr 1,1 34,4 1,0 41,8 2,1 37,5
Personalkosten des Verkaufs -0,7 8,0 -0,4 9,6 -1,0 8,5
Vorjahr -0,6 17,5 -0,4 15,4 -0,9 16,6
Kalkulatorische Raumkosten -2,3 27,1 -0,5 13,7 -2,8 23,0
Vorjahr -2,2 70,3 -0,5 21,9 -2,8 56,1
Kalkulatorische Zinsen -0,2 2,1 -0,1 2,5 -0,3 2,2
Vorjahr -0,3 8,0 -0,1 4,6 -0,4 6,5
Segmentergebnis 0,5 5,3 0,7 17,7 1,1 9,1
Vorjahr -2,0 -62,5 0,0 -0,1 -2,0 -35,7

* exklusive Skonti, Rabatte usw. auf Wareneinsatz                             
                              


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